Es ist vollbracht. Das Salweyer Schützenfest 2026 ist Geschichte – und was für eine!

Eines muss man dem Wettergott lassen: Er hatte ein Herz für die Salweyer Schützen. Tag für Tag änderten sich die Wetterprognosen, dunkle Wolken zogen über die Wetterkarten und so mancher blickte sorgenvoll gen Himmel. Doch immer wieder kam es anders. Der Regen zog vorbei, die Festzüge blieben trocken und sogar die Sonne zeigte sich pünktlich zum großen Festzug am Sonntag. Besser hätte es kaum laufen können.

Doch beginnen wir von vorne. Für viele Salweyer – und insbesondere für die Obersalweyer – begann das Hochfest bereits am Mittwoch. Beim traditionellen Kränzen auf dem Hof Gies-Fisch wurde nicht nur gearbeitet, sondern auch eine Zeitreise unternommen. König Thomas Gies-Fisch hatte einen über 40 Jahre alten VHS-Film digitalisieren lassen. Zu sehen war das Vogelschießen seines Vaters Alfons am Hömberg – bei strömendem Regen und mit einem legendären Freihandschuss. Zwischen Gänsehaut, schallendem Gelächter und dem ein oder anderen "Den kenn ich doch!" wurden Erinnerungen wach, die wohl keiner so schnell vergessen wird.

Fast offiziell begann das Schützenfest dann am Freitag mit dem traditionellen Fahnenaufhängen in den einzelnen Straßenzügen – eine liebgewonnene Tradition, bei der Jung und Alt gemeinsam den Start in das Festwochenende feiern.

Am Samstag wurde es dann offiziell. Begleitet vom Donner der Kanonen zogen die Schützen zunächst durch Obersalwey und anschließend durch Niedersalwey. Das Kaiserpaar wurde traditionsgemäß in der Kutsche durch den Ort gefahren. Einer der bewegendsten Momente folgte am Hof von Anton Kaiser. Gemeinsam mit seiner Frau wurde er als Jubelkönig für seine Regentschaft vor 40 Jahren geehrt. Trotz seiner schweren Erkrankung ließ er es sich nicht nehmen, diesen besonderen Augenblick mitzuerleben. Kaum jemand konnte die sichtbaren Emotionen und Tränen unberührt verfolgen.

Der Sonntag begann mit einem feierlichen Hochamt in der St.-Sebastian-Kirche. Als der Musikverein Lyra Wenholthausen "You'll Never Walk Alone" anstimmte, wurde es still. Mehr als nur ein Besucher hatte plötzlich feuchte Augen.

Beim anschließenden Frühschoppen wurden zahlreiche langjährige Mitglieder geehrt. Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurden Alfons Schauerte, Rudolf Schipper, Hubert Schulte, Johannes Schumacher und Georg Tauch ausgezeichnet. Heinz Hermesmann und Rudolf Kaiser blicken bereits auf 60 Jahre Vereinszugehörigkeit zurück. Günter Schmidt wurde sogar für beeindruckende 65 Jahre Mitgliedschaft geehrt.

Am Nachmittag warteten dann alle gespannt auf den großen Festzug. Kurz zuvor zog noch einmal eine dunkle Regenwolke über Salwey – doch pünktlich zum Antreten verzogen sich die Wolken und die Sonne übernahm das Kommando. Ein Schützenfest, wie es im Bilderbuch steht.

Und was am Abend folgte, dürfte in die Salweyer Schützenfestgeschichte eingehen. Die Tanzfläche verwandelte sich plötzlich in ein Wohnzimmer. Auf einem alten Sofa samt Stehlampe wurde das Königspaar durch die Halle gefahren. Der Hofstaat sorgte mit seinem "Wackelkontakt"-Flashmob für einen der wohl spektakulärsten und kreativsten Programmpunkte, den die Schützenhalle jemals erlebt hat. Die Stimmung? Unbeschreiblich.

Der Montag begann traditionell mit dem gemeinsamen Frühstück. Für zusätzliche Unterhaltung sorgte das Suchspiel von Salwey Aktiv, bei dem drei Kisten Bier – gestiftet vom Getränkewerk Eslohe sowie von Frank Altenhoff – ihre glücklichen Gewinner fanden.

Dann wurde es ernst. Das Vogelschießen entwickelte sich zu einem echten Krimi. Wie so oft sicherten sich zunächst Benedikt Wiethoff und Christian Huss Krone, Zepter und Apfel. Anschließend lieferten sich Benedikt Wiethoff, Achim Bierhoff und Frank Altenhoff einen außergewöhnlich treffsicheren Dreikampf. Jeder Schuss saß. Nach gerade einmal 80 Schüssen war vom Vogel kaum noch etwas übrig.

Dann der Moment, den wohl niemand vergessen wird: Achim Bierhoff löste den Vogel bereits von der Schraube, doch ausgerechnet am letzten Holzsplitter blieb das Federvieh im Kasten hängen. Ein kurzer Windhauch, ein letzter Schuss – und Frank Altenhoff machte die Regentschaft perfekt.

Während der neue Schützenkönig wenig später jubelnd auf den Schultern seiner Schützenkameraden gehoben wurde, ahnte seine Frau Ramona noch nichts von ihrem Glück und spazierte ganz entspannt mit Hund durch Obersalwey. Ein Moment, der wohl genauso in Erinnerung bleiben wird wie der Königsschuss selbst.

Zum neuen Vizekönig schoss sich Tristan Juksaar mit dem 50. Schuss. Der 28-jährige Bankkaufmann wählte Janina Altenhoff zur Vizekönigin. Die Jungschützen regieren künftig Niklas Mette und seine Königin Monique Baumann. Der 18-jährige Straßenwärter setzte sich mit dem 96. Schuss durch.

Vier Tage voller Emotionen, Traditionen, Freundschaften, Musik, unzähliger Gespräche, unvergesslicher Momente und jeder Menge guter Laune liegen hinter Salwey.

Ein Hochfest, das einmal mehr bewiesen hat, warum das Schützenfest weit mehr ist als nur ein Fest. Es ist Heimat. Es ist Gemeinschaft. Und es sind genau diese Erinnerungen, die bleiben, wenn die Musik längst verstummt, die Fahnen wieder eingerollt sind und in der Halle langsam wieder Ruhe einkehrt.

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bis zum Schützenfest 2026 
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