Neuer Treffpunkt für das Salweytal geplant

Heimat- und Förderverein möchte multifunktionale Gemeinschaftseinrichtung errichten

Wo können sich Vereine und Gruppen aus Nieder- und Obersalwey künftig zu kleineren Besprechungen treffen? Wo lassen sich gemeinschaftlich genutzte Materialien, Werkzeuge, Zelte oder Bierzeltgarnituren trocken und sicher unterbringen? Und wo können Bänke und andere Einrichtungen für unsere Dörfer gewartet und repariert werden?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Heimat- und Förderverein Salwey e.V. bereits seit längerer Zeit. Nun nimmt eine Lösung konkrete Formen an: In Niedersalwey soll eine multifunktionale Gemeinschaftseinrichtung entstehen, die Vereinen, Gruppen und auch Privatpersonen aus dem gesamten Salweytal zur Verfügung stehen soll.

Gemeinde Eslohe unterstützt das Vorhaben

Die geplanten Gesamtkosten belaufen sich nach aktuellem Stand auf rund 140.000 Euro. Ein großer Teil davon soll über das europäische Förderprogramm LEADER finanziert werden. Beantragt wurde eine Förderung in Höhe von rund 98.000 Euro, was 70 Prozent der veranschlagten Kosten entspricht.

Damit diese Förderung überhaupt möglich wird, ist eine kommunale Kofinanzierung erforderlich. Der Rat der Gemeinde Eslohe hat deshalb beschlossen, das Vorhaben mit 28.000 Euro zu unterstützen. Für den Heimat- und Förderverein ist dies ein wichtiger Schritt und eine wesentliche Voraussetzung für die weitere Umsetzung des Projektes.

Eine endgültige Realisierung hängt nun insbesondere von der Bewilligung der beantragten LEADER-Fördermittel ab.

Fehlende Räume sind schon länger ein Problem

In Nieder- und Obersalwey gibt es zahlreiche aktive Vereine, Gruppen und ehrenamtlich engagierte Menschen. Geeignete Räumlichkeiten für kleinere Treffen, gemeinsame Arbeiten oder die Lagerung von Materialien sind jedoch kaum vorhanden.

Besprechungen müssen deshalb häufig in privaten Räumen stattfinden. Auch viele Gegenstände und Geräte, die für Veranstaltungen, Arbeitseinsätze oder die Pflege des Ortsbildes benötigt werden, sind bislang dezentral in privaten Garagen, Kellern oder Werkstätten untergebracht.

Der derzeit genutzte Lagerraum im Keller der Schützenhalle reicht für den vorhandenen Bedarf nicht mehr aus. Er ist zu klein und aufgrund der dortigen Feuchtigkeit nur eingeschränkt für die dauerhafte Lagerung empfindlicher Materialien geeignet.

Auch Reparatur- und Pflegearbeiten werden bisher überwiegend privat organisiert. Das betrifft beispielsweise die zahlreichen Ruhebänke im Salweytal und auf der Homert, aber auch Verkaufsstände, Werkzeuge und weiteres Inventar.

Mehr als ein gewöhnliches Vereinsheim

Die geplante Einrichtung soll daher bewusst kein klassisches Vereinsheim für nur einen einzelnen Verein werden. Vorgesehen ist vielmehr ein gemeinschaftlich nutzbares Gebäude mit verschiedenen Funktionen.

Geplant sind unter anderem:

  • ein Raum für kleinere Sitzungen und Besprechungen,
  • trockene und sichere Lagerflächen,
  • ein Werkstattbereich für Reparatur- und Pflegearbeiten,
  • Stellflächen für Geräte, Materialien und gemeinschaftlich genutztes Inventar.

Damit soll ein zentraler Ort geschaffen werden, an dem Vereine und ehrenamtlich Engagierte zusammenkommen, arbeiten und ihre Materialien vernünftig unterbringen können.

Geräte gemeinsam nutzen

Der Heimat- und Förderverein verfolgt außerdem die Idee, künftig verschiedene Geräte und Ausstattungsgegenstände anzuschaffen, die gemeinschaftlich genutzt werden können.

Denkbar sind beispielsweise Hochdruckreiniger, Vertikutierer, Holzspalter, Stromaggregate, Pavillons, Bierzeltgarnituren oder Zapfanlagen. Ein Freischneider befindet sich bereits im Besitz des Vereins.

Diese Gegenstände könnten nicht nur den örtlichen Vereinen und Gruppen, sondern unter bestimmten Voraussetzungen auch Privatpersonen zur Verfügung gestellt werden. Gleichzeitig würde die Werkstatt die Möglichkeit bieten, Geräte regelmäßig zu warten und kleinere Reparaturen direkt vor Ort durchzuführen.

Ein Projekt für beide Dörfer

Von der neuen Gemeinschaftseinrichtung sollen rund 15 Vereine und Gruppen aus Nieder- und Obersalwey profitieren. Dazu gehören unter anderem der Sportverein, die Schützenbruderschaft, der Kirchenchor, der Männergesangverein, das Blasorchester St. Peter und Paul, die kfd, die Kirchengemeinde, die KLJB, der Kindergarten Flohkiste, der Kleintierzuchtverein, die beiden Wasservereine sowie die Dorfgemeinschaften von Nieder- und Obersalwey.

Das Projekt soll damit nicht nur die Arbeit einzelner Vereine erleichtern. Es soll das Miteinander im gesamten Salweytal stärken, ehrenamtliches Engagement unterstützen und neue Möglichkeiten für gemeinschaftliche Aktivitäten schaffen.

Auch kleinere Treffen von Privatpersonen oder Initiativen könnten dort künftig stattfinden.

Finanzierung auf mehreren Säulen

Die Finanzierung des rund 140.000 Euro teuren Projektes setzt sich nach derzeitigem Planungsstand aus mehreren Bausteinen zusammen:

  • rund 98.000 Euro aus dem LEADER-Förderprogramm,
  • 28.000 Euro Unterstützung durch die Gemeinde Eslohe,
  • 7.000 Euro Zuschuss der König’schen Stiftung Eslohe,
  • rund 7.000 Euro durch Eigenmittel und Eigenleistungen des Heimat- und Fördervereins.

Ergänzend hofft der Verein auf private Spenden sowie auf Sach- und Arbeitsleistungen von Mitgliedern und heimischen Unternehmen.

Ein geeignetes Grundstück an der Holzstraße, kurz vor dem Friedhof, steht dem Heimat- und Förderverein auf Grundlage eines Erbpachtvertrages zur Verfügung.

Salwey kann gemeinsam viel bewegen

Dass große Projekte durch Zusammenhalt und ehrenamtliches Engagement umgesetzt werden können, haben die Menschen aus Nieder- und Obersalwey bereits mehrfach gezeigt.

Ein aktuelles Beispiel ist der neue Naturspielplatz „Salwey-Insel“ in Obersalwey. Durch zahlreiche Eigenleistungen entstand dort ein besonderer Ort für Kinder und Familien, der mit seinem natürlichen Bachlauf Spiel, Bewegung und Naturerlebnis miteinander verbindet.

An dieses gemeinschaftliche Engagement möchte der Heimat- und Förderverein nun anknüpfen.

Baubeginn nach Förderzusage möglich

Sofern die beantragten Fördermittel bewilligt werden, könnte mit den Arbeiten bereits im Sommer begonnen werden. Zunächst sind die notwendigen Tiefbauarbeiten vorgesehen. Danach sollen der Holzbau, der Innenausbau und abschließend die Gestaltung der Außenanlagen folgen.

Im besten Fall könnte die neue Gemeinschaftseinrichtung bereits im Herbst fertiggestellt werden.

Mit der zugesagten Unterstützung der Gemeinde Eslohe ist eine wichtige Voraussetzung erfüllt. Nun hoffen wir auf einen positiven Förderbescheid, damit aus den bisherigen Planungen ein neuer gemeinschaftlicher Mittelpunkt für Nieder- und Obersalwey werden kann.

Ein Ort zum Treffen, Lagern, Reparieren und gemeinsamen Anpacken – für die Vereine, die Dorfgemeinschaft und die Zukunft des gesamten Salweytals.