Zum Hauptinhalt springen

Schützenhalle Niedersalwey

Die Schützenhalle in Salwey – vom Vereinshaus zum Mittelpunkt des Dorfes

Wer heute die Schützenhalle in Niedersalwey betritt, sieht einen modernen Veranstaltungsort. Schützenfest, Karneval, Theater, Vereinsveranstaltungen, Versammlungen und Dorffeste gehören hier seit Jahrzehnten selbstverständlich zum Leben in Salwey. Doch die Geschichte dieses Ortes reicht wesentlich weiter zurück als die heutige Halle.

Genau genommen beginnt sie sogar dort, wo auch die Geschichte der St. Sebastian Schützenbruderschaft Salwey ihren Anfang nahm.

1922: Das erste Schützenfest im Vereinshaus des Männergesangvereins

Am 5. Juni 1922 wurde die Schützenbruderschaft Salwey gegründet. Bereits wenige Wochen später sollte erstmals Schützenfest gefeiert werden. Einen eigenen Festsaal besaß die junge Bruderschaft damals allerdings nicht.

Das erste Schützenfest wurde deshalb für den 31. Juli 1922 im Vereinshaus des Männergesangvereins in Niedersalwey angesetzt. Das Gebäude war damit schon früh ein wichtiger Treffpunkt des Dorfes und kann als unmittelbarer Vorläufer der späteren Schützenhalle angesehen werden.

Über Jahrzehnte blieb eine Halle fester Bestandteil des Salweyer Schützenlebens. Dass dabei Männergesangverein und Schützen eng miteinander verbunden waren, zeigt beispielsweise ein Eintrag aus dem Jahr 1958: Damals erhielt der Gesangverein 1.500 DM als Beitrag zu den Unterhaltungskosten der Halle.

Damit war der Ort schon lange vor dem heutigen Gebäude mehr als lediglich ein Platz zum Feiern. Hier kamen Menschen zusammen, Vereine gestalteten das Dorfleben und Generationen von Salweyern erlebten gemeinsame Feste.

1971: Salwey entscheidet sich für eine neue Halle

Zu Beginn der 1970er-Jahre stand schließlich eine große Entscheidung an. Die St. Sebastian Schützenbruderschaft näherte sich ihrem 50-jährigen Bestehen – und Salwey benötigte eine zeitgemäße Halle.

Bei der Mitgliederversammlung am 31. Januar 1971 wurde einstimmig beschlossen, unverzüglich mit den Vorbereitungen für einen Hallenneubau zu beginnen. Das Ziel war klar: Zum großen Jubiläumsfest 1972 sollte das Bauvorhaben verwirklicht sein.

In späteren Veröffentlichungen wird 1971 als Jahr des Neubaus genannt. Zum 50-jährigen Jubiläum, das vom 1. bis 3. Juli 1972 mit zwölf Gastbruderschaften gefeiert wurde, verfügte Salwey damit über seine neue Schützenhalle.

Es begann die Geschichte des Gebäudes, das für die folgenden Jahrzehnte zu einem der wichtigsten Treffpunkte von Nieder- und Obersalwey werden sollte.

Nicht nur für drei Tage Schützenfest

Dabei war die Halle nie ausschließlich eine Schützenfesthalle. Gerade das macht ihre Geschichte aus.

Generalversammlungen, Karneval, Theateraufführungen, Konzerte, Vereinsfeste und zahlreiche weitere Veranstaltungen fanden hier statt. Viele Salweyer standen irgendwann selbst auf der Bühne, hinter der Theke, in der Küche oder auf der Tanzfläche.

Das Gebäude wurde deshalb immer wieder verändert und den Bedürfnissen des Dorfes angepasst.

1974 wurde zunächst der Schützenvorplatz ausgebaut. 1983 erneuerte man das Dach am Zwischenbau. 1985 folgte eine neue Eingangstür, 1986 wurden ein Musikpodest errichtet und eine neue Heizung eingebaut.

Eine besonders wichtige Veränderung folgte Ende der 1980er-Jahre.

Die alte Schule wird Teil des Gebäudekomplexes

1987 übernahm die Schützenbruderschaft Teilbereiche des ehemaligen Schulgebäudes. Ein Jahr später wurden diese Bereiche zu Küche, Speiseraum und Toilettenanlage umgebaut.

Damit wuchsen zwei bedeutende Stücke Salweyer Dorfgeschichte zusammen: die Schützenhalle und die ehemalige Dorfschule.

Der heutige Speiseraum trägt deshalb nicht zufällig den Namen „Alte Schule“. Bis heute erinnert dieser Gebäudeteil daran, dass hier früher Salweyer Kinder unterrichtet wurden.

In den folgenden Jahrzehnten wurde immer wieder investiert. Bühne, Theke, Toiletten, Dach, Küche, Bestuhlung und Außenanlagen wurden erneuert oder umgebaut.

1996 begann im Rahmen der Dorferneuerung die Gestaltung des Schützenplatzes mit einer Bruchsteinmauer. 1997 wurde die Fläche hinter der Halle neu gepflastert.

2005 kommt die Sonne aufs Hallendach

Auch technisch ging die Schützenhalle mit der Zeit. Am 17. April 2005 ging auf dem Dach eine Photovoltaikanlage in Betrieb. Das damalige Investitionsvolumen lag bei fast 100.000 Euro.

Weitere Arbeiten folgten nahezu kontinuierlich. 2007 und 2008 wurde das Dach saniert, 2009 die Hallenbestuhlung in Eigenleistung erneuert, 2010 die Thekenanlage installiert und der Kühlraum grundlegend saniert.

2012 und 2013 wurden die Außenanlagen hinter der Halle erneuert. 2014 entstand über dem Eingangsbereich ein Probenraum für das Blasorchester St. Peter und Paul. Bis zum Schützenfest 2015 wurden schließlich der Schützenvorplatz und die Westfront der Halle neu gestaltet.

So lässt sich an der Geschichte des Gebäudes auch ablesen, wie viel ehrenamtliche Arbeit über Jahrzehnte in die Schützenhalle geflossen ist.

2018 beginnt die größte Veränderung seit dem Hallenneubau

Nach fast einem halben Jahrhundert war jedoch klar: Einzelne Renovierungen allein würden irgendwann nicht mehr ausreichen.

2018 stellte die Schützenbruderschaft erstmals umfangreiche Pläne zur Erneuerung der Innenräume vor. Ursprünglich sollten die Arbeiten in mehreren Bauabschnitten bis zum Gemeindeschützenfest 2021 und zum 100-jährigen Vereinsjubiläum 2022 umgesetzt werden.

Aus diesen Überlegungen entwickelte sich schließlich ein wesentlich größeres Projekt.

Aus der klassischen Schützenhalle sollte ein modernes Begegnungszentrum für ganz Salwey werden.

Nach intensiven Planungen und einem aufwendigen Förderverfahren erhielt das Projekt Unterstützung durch das Land Nordrhein-Westfalen. Ende 2020 lag der Zuwendungsbescheid vor und die Arbeiten konnten beginnen.

    Aus der Schützenhalle wird das Begegnungszentrum Salwey

    Rund 16 Monate wurde gebaut, renoviert und umgestaltet.

    Die Halle erhielt unter anderem eine neue Decken- und Akustikgestaltung, moderne Beleuchtung, erneuerte Böden und Wände, neue elektrische Installationen, neue Fensterbereiche, eine neue WC-Anlage sowie barrierefreie Zugänge.

    Durch eine Raumtrennung wurde es möglich, die Halle je nach Veranstaltung unterschiedlich groß zu nutzen.

    Besonders auffällig ist heute die aufwendig gestaltete Holzdecke. Sie ist nicht nur ein Gestaltungselement, sondern verbessert zugleich die Raumakustik.

    Doch das Projekt ging weit über eine reine Gebäudesanierung hinaus.

    Die Geschichte von Nieder- und Obersalwey sollte im Gebäude selbst sichtbar werden. Historische Fotos, Dokumente und Erinnerungsstücke wurden gesammelt und digitalisiert. Ein Archiv entstand, ebenso Möglichkeiten zur digitalen und analogen Präsentation der Dorf- und Vereinsgeschichte.

    Der eigentliche Schützenhallenbereich erhielt den Namen „St.-Sebastian-Halle“, während der ehemalige Schulbereich als „Alte Schule“ an seine frühere Nutzung erinnert.

    5.000 Stunden für Salwey

    Was dieses Projekt besonders macht, steht allerdings in keinem Bauplan.

    Nach Angaben aus dem Jahr 2022 leisteten Helfer aus dem Dorf während des Umbaus mehr als 5.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden.

    Die Gesamtmaßnahme wurde damals mit rund 700.000 Euro angegeben. Rund 440.000 Euro kamen aus einem Förderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen. Hinzu kamen unter anderem Eigenmittel, Spenden und die enorme Eigenleistung der Dorfgemeinschaft.

    Am 30. April 2022 wurde das neue Begegnungszentrum schließlich im Rahmen eines großen Dorffestes offiziell eingeweiht.

    Der Zeitpunkt hätte kaum besser gewählt werden können: Im gleichen Jahr feierte die St. Sebastian Schützenbruderschaft ihr 100-jähriges Bestehen.

    Damit schloss sich gewissermaßen ein Kreis.

    1922 begann die Geschichte der Bruderschaft mit einem Schützenfest im Vereinshaus des Männergesangvereins. Fünfzig Jahre später entstand Anfang der 1970er-Jahre die neue Schützenhalle. Und genau einhundert Jahre nach der Gründung wurde aus dieser Halle ein modernes Begegnungszentrum für Nieder- und Obersalwey.

    Ein Gebäude voller Salweyer Erinnerungen

    Eine Schützenhalle besteht aus Beton, Holz, Fenstern und einem Dach. Was sie für ein Dorf bedeutet, lässt sich damit jedoch kaum beschreiben.

    In der Salweyer Halle wurden Könige gefeiert und Theaterstücke aufgeführt. Hier wurde getanzt, gesungen, beraten, gelacht und sicherlich auch das eine oder andere Mal diskutiert. Kinder standen hier erstmals auf einer Bühne, Musiker spielten vor hunderten Gästen und Generationen von Schützen feierten ihre Feste.

    Viele Salweyer verbinden mit diesem Gebäude ganz persönliche Erinnerungen.

    Genau deshalb ist die Bezeichnung „Begegnungszentrum“ eigentlich keine Neuerfindung. Die Schützenhalle war schon lange vorher genau das:

    Ein Ort, an dem Salwey zusammenkommt.


    Quellen und Nachweise

    Grundlage der historischen Angaben ist insbesondere die Chronik der St. Sebastian Schützenbruderschaft Salwey 1922 e.V.

    Weitere Informationen zum Umbau und zur Eröffnung des Begegnungszentrums stammen aus Veröffentlichungen über die Sanierung und Neugestaltung der Schützenhalle sowie aus der Projektdokumentation des beteiligten Planungsbüros.

    Quellen:
    St. Sebastian Schützenbruderschaft Salwey – Chronik
    SauerlandKurier – Einweihung des Begegnungszentrums Salwey
    Raumzenit – Schützenhalle Salwey

    Kontakt Information

    Info Box Schützenhalle Salwey
    Sebastian Str. 6
    59889 Eslohe - Niedersalwey

    Vermietung

    Die Schützenhalle, der Speisesaal („Ehrenamtskneipe“) sowie der Grillplatz können auch separat angemietet werden. Für Anfragen wenden Sie sich bitte direkt an Benedikt Henke oder nutzen Sie die Rubrik „Vermietung“ auf der Webseite der Salweyer Schützen.

    Kontaktperson

    Benedikt Henke
    • E-Mail:
      Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
    • Telefon:
    Schützenfest in Salwey
    Das Schützenfest in Salwey findet traditionell immer am ersten Wochenende im Juli statt.