Der Friedhof in Salwey

Der Friedhof in Niedersalwey – Geschichte eines stillen Ortes im Salweytal
Eine historische Spurensuche von den mittelalterlichen kirchlichen Wurzeln über die jahrhundertelange Zugehörigkeit zu Eslohe bis zur Entstehung eines eigenen Begräbnisplatzes in Niedersalwey.
Ein Ort, der mehr erzählt als Grabsteine und Namen
Wer heute den Friedhof in Niedersalwey besucht, sieht zunächst einen stillen, überschaubaren dörflichen Begräbnisplatz. Generationen von Menschen aus Nieder- und Obersalwey haben dort ihre letzte Ruhestätte gefunden. Viele Familiennamen begegnen einem über Jahrzehnte hinweg immer wieder. Der Friedhof ist damit nicht nur ein Ort der Trauer, sondern zugleich ein Stück Ortsgeschichte – gewissermaßen ein steinernes Gedächtnis des Salweytals.
Umso erstaunlicher ist, wie wenig über seine eigentliche Entstehung öffentlich dokumentiert ist. Ein Schild mit einem Gründungsjahr gibt es nicht, und auch in den leicht zugänglichen Darstellungen zur Geschichte der Salweyer Kirchen findet sich bislang kein eindeutiger Satz wie: „Der Friedhof in Niedersalwey wurde im Jahr … angelegt.“
Gerade deshalb lohnt sich der Blick tief in die alten Unterlagen. Kirchenbücher, historische Ortsbeschreibungen, Grundbücher, Flurkarten und Archivalien ergeben zusammen ein Bild, das zwar noch eine entscheidende Lücke aufweist, die Geschichte des Friedhofs aber wesentlich stärker eingrenzt, als es zunächst den Anschein hatte.
Eine besonders wichtige Quelle ist dabei das 1896 erschienene Werk „Geschichtliches über Eslohe“ von Pfarrer Johannes Dornseiffer. Dornseiffer beschreibt nicht nur die damaligen Kirchhöfe der Mutterpfarrei Eslohe außergewöhnlich genau, sondern widmet auch der Kapelle in Niedersalwey einen eigenen Abschnitt – einschließlich Grundstücksnummer, Grundbucheintrag, Vermögen und Ausstattung.
Gerade das, was er dort schreibt – und an einer entscheidenden Stelle auch das, was er nicht schreibt –, liefert einen bedeutenden Hinweis für die Entstehungsgeschichte des heutigen Friedhofs.
Wichtig: Das genaue Gründungsdatum des heutigen Friedhofs ist nach dem derzeitigen Forschungsstand noch nicht urkundlich bewiesen. Einige Aussagen sind eindeutig belegt, andere ergeben sich als starke historische Indizien. Wo dies der Fall ist, wird im folgenden Text ausdrücklich darauf hingewiesen.
Die kirchlichen Wurzeln reichen weit vor die Geschichte des heutigen Friedhofs zurück
Die Geschichte des religiösen Lebens in Niedersalwey beginnt selbstverständlich nicht erst mit dem Friedhof. Ihr weithin sichtbares ältestes Zeugnis ist die heutige Quirinuskapelle.
Nach der offiziellen Darstellung des Pastoralverbundes Schmallenberg-Eslohe entstand die Kapelle in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Sie gilt wahrscheinlich sogar als ältestes erhaltenes Gebäude der heutigen Gemeinde Eslohe.
Der frühgotische Bau besitzt drei schmale Joche und Kreuzgratgewölbe. Die mittelalterliche Ausstattung ging vermutlich in den kriegerischen Auseinandersetzungen der frühen Neuzeit verloren. Auch das Gebäude selbst scheint erhebliche Schäden erlitten zu haben. Der Pastoralverbund geht von einem Wiederaufbau beziehungsweise einer Wiederherstellung um die Mitte des 17. Jahrhunderts aus.
Damit stand in Niedersalwey schon viele Jahrhunderte vor der Errichtung der heutigen St.-Sebastian-Kirche ein eigenes Gotteshaus.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass auch ein eigener Friedhof vorhanden war.
Gerade an dieser Stelle ist Vorsicht angebracht. Mittelalterliche Kirchen und Kirchhöfe gehören zwar häufig zusammen, bei einer Kapelle beziehungsweise Filialkirche muss dies aber keineswegs der Fall sein.
Bislang ist keine von uns gefundene ältere Quelle bekannt, die ausdrücklich einen mittelalterlichen „Kirchhof zu Niedersalwey“, einen „Gottesacker zu Salwey“ oder einen anderen örtlichen Begräbnisplatz an der alten Kapelle nennt.
Das ist ein wesentlicher Unterschied: Dass eine Kapelle sehr alt ist, beweist nicht, dass auch der heutige Friedhof oder überhaupt ein früherer Friedhof dort genauso alt ist.
Was wir aus Quellen erfahren konnten
1501: Niedersalwey gehört nachweislich zum Kirchspiel Eslohe
Eine der wichtigsten Originalquellen stammt vom 24. Juni 1501.
In einer heute im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen überlieferten Urkunde belehnte Wilhelm Westphall, Propst zu Meschede, Hans Wilken mit einem Hof in Nieder-Salwey. Der Ort erscheint darin in der historischen Schreibweise „Nedern Salueye“.
Entscheidend für die Friedhofsgeschichte ist jedoch eine andere Formulierung: Der Hof lag ausdrücklich im „Esleuer Kirchspiel“, also im Kirchspiel Eslohe.
Die Urkunde befindet sich im Bestand „Stift Meschede – Urkunden“, Archivaliensignatur A 114u, 551.
Damit besitzen wir einen unmittelbaren archivalischen Nachweis dafür, dass Niedersalwey spätestens 1501 kirchlich zum Pfarrbezirk Eslohe gehörte.
Diese Zugehörigkeit ist für das Verständnis des späteren Friedhofs von zentraler Bedeutung.
Ein Kirchspiel war im früheren kirchlichen Leben weit mehr als eine lockere organisatorische Verbindung. Pfarrkirche, Sakramente, Kirchenbücher und häufig auch das Begräbniswesen konzentrierten sich auf die Mutterpfarrei.
Kleine umliegende Orte konnten eigene Kapellen besitzen und dort bestimmte Gottesdienste feiern, ohne deshalb eine selbstständige Pfarrei mit allen entsprechenden Rechten und Einrichtungen zu bilden.
Für Nieder- und Obersalwey war diese Mutterkirche über Jahrhunderte St. Peter und Paul in Eslohe.
Die alten Kirchenbücher führen nach Eslohe
Wie tief diese Verbindung reichte, zeigt der erhaltene Kirchenbuchbestand.
Das Erzbistumsarchiv Paderborn weist für St. Peter und Paul in Eslohe heute einen umfangreichen Bestand an Kirchenbüchern und Registern aus. Der erhaltene Bestand reicht bis in das frühe 17. Jahrhundert zurück.
Trauungen sind ab 1612 vorhanden, Taufen ab 1615. Ein zusammenfassendes Namensregister für Taufen, Trauungen und Sterbefälle umfasst den Zeitraum von 1612 bis 1756.
Für die Friedhofsforschung ist vor allem das Sterbebuch wichtig. Das Esloher Sterberegister mit der Signatur KB002-05-S beginnt 1656 und läuft bis 1756. Weitere Sterbebücher schließen sich an.
Damit befinden wir uns in einer Zeit, in der die Menschen im Salweytal bereits seit Jahrhunderten lebten, aber kirchlich noch vollständig in die Esloher Pfarrstruktur eingebunden waren.
Und ausgerechnet aus dem allerersten Jahr dieses erhaltenen Sterbebuches gibt es einen bemerkenswerten Salweyer Eintrag.
1656: Ein Mann aus Obersalwey wird in der Pfarrkirche zu Eslohe begraben
Bei seinen historischen Forschungen wertete Johannes Dornseiffer auch alte Kirchenbucheinträge aus. In einer später veröffentlichten kirchengeschichtlichen Zusammenstellung gibt er einen lateinischen Eintrag aus dem Jahr 1656 wieder.
Genannt wird Johann Engelbert von Schade aus „oberen Salwei“, also Obersalwey.
Der entscheidende Teil des Eintrags besagt sinngemäß, dass sein Leichnam in der neuen Pfarrkirche beigesetzt worden sei. Dornseiffer erklärt anschließend ausdrücklich, dass Engelbert von Schade „in der neuen Kirche zu Eslohe“ kirchlich begraben wurde.
Das ist ein außergewöhnlich interessanter Fund.
Er beweist nicht, dass im 17. Jahrhundert ausnahmslos jeder Verstorbene aus Nieder- und Obersalwey in Eslohe beigesetzt wurde. Engelbert von Schade gehörte zur örtlichen Adelsfamilie, und eine Beisetzung innerhalb einer Kirche war ohnehin eine besondere Form der Bestattung.
Aber der Eintrag beweist etwas anderes zweifelsfrei: Für einen Einwohner aus dem Salweytal war die Esloher Pfarrkirche 1656 ein kirchlicher Bestattungsort.
Damit erhalten wir einen konkreten historischen Beleg für die enge Verbindung zwischen Salwey und dem Esloher Begräbniswesen.
Der Esloher Kirchhof als Begräbniszentrum der alten Pfarrei
Noch deutlicher wird die damalige Struktur, wenn man Dornseiffers Beschreibung der Esloher Friedhöfe von 1896 betrachtet.
In seinem Kapitel „Die Kirchhöfe“ beschreibt er zunächst den alten Kirchhof. Dieser lag unmittelbar um die Pfarrkirche St. Peter und Paul.
Dornseiffer nennt sogar die Flurbezeichnung: Flur VIII, Nummer 23. Kirche und Kirchhof hatten zusammen eine Größe von 32 Ar und 27 Quadratmetern.
Unter dem Chor befand sich zudem eine Gruft, die früher als Begräbnisstätte für Angehörige adeliger Familien von Weichs zur Wenne und von Schade zu Obersalwey diente.
Schon hier begegnet uns also wieder die Familie von Schade aus Salwey unmittelbar im Zusammenhang mit dem Esloher Begräbnisort.
Diese Angaben sind deshalb wertvoll, weil Dornseiffer nicht allgemein oder aus späterer Erinnerung schreibt. Er nennt Grundstücke, Grabstätten, Personen und Grundbucheinträge.
Sein Bericht ist damit eine hervorragende Momentaufnahme der kirchlichen Verhältnisse am Ende des 19. Jahrhunderts.
1874 bekommt Eslohe einen neuen Friedhof
Im 19. Jahrhundert reichte der alte Kirchhof rund um die Esloher Kirche offensichtlich nicht mehr aus beziehungsweise entsprach nicht mehr den damaligen Anforderungen. Deshalb entstand außerhalb des eigentlichen Dorfkerns ein neuer Friedhof.
Auch hier ist Dornseiffer bemerkenswert genau.
Der neue Kirchhof lag nach seinen Angaben in Flur VIII auf dem Grundstück Nr. 289/77 und umfasste 51 Ar und 6 Quadratmeter.
Er befand sich ungefähr fünf Minuten vom Dorf entfernt zwischen Eslohe und Nieder-Eslohe. Das Grundstück war von Eichhoff genannt Störmann in Nieder-Eslohe für 2160 Mark erworben worden.
Und dann liefert Dornseiffer sogar eine Angabe, von der man für Niedersalwey bislang nur träumen kann:
Er nennt die erste Bestattung.
Am 25. Juni 1874 wurde auf dem neuen Esloher Friedhof ein nur einen Monat und einen Tag altes Kind aus dem Hause Störmann beerdigt.
Bereits am 5. Februar 1874 war das Grundstück grundbuchlich auf den Namen der „katholischen Kirchengemeinde in Eslohe“ eingetragen worden.
Dornseiffer betont ausdrücklich, dass es sich damit um einen konfessionellen und nicht um einen kommunalen Friedhof handelte.
Später entstanden dort Kreuzwegstationen; 1885 wurden sie eingeweiht. Dornseiffer erwähnt außerdem die behördlich vorgeschriebene Kirchhofsplatz- und Begräbnisordnung, die von der Regierung in Arnsberg 1887 vorgegeben und 1888 kirchlich beziehungsweise behördlich genehmigt wurde.
Warum ist diese ausführliche Beschreibung für Niedersalwey so wichtig?
Weil sie zeigt, wie präzise Dornseiffer Friedhofsangelegenheiten dokumentierte.
Wenn ein neuer Friedhof bestand, nannte er Grundstück, Größe, Erwerb, Eigentümer, erste Bestattung und sogar die spätere Friedhofsordnung.
Diese Genauigkeit wird bei der Frage nach einem damaligen Friedhof in Salwey noch ausgesprochen wichtig.
Die alte Kapelle in Niedersalwey im 19. Jahrhundert
Auch die Quirinuskapelle selbst hinterließ im 19. Jahrhundert umfangreiche Spuren in den Akten.
Im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen existiert beispielsweise eine eigene Sachakte mit dem Titel „Reparaturen an der Kapelle von Nieder-Salwey“.
Sie trägt die Signatur K 333, 1310 und umfasst den Zeitraum 1825 bis 1835. Die Akte liegt innerhalb des Bestandes des Landratsamtes des Kreises Meschede im Bereich Baupolizei beziehungsweise Kommunalbauten des Amtes Eslohe.
Das ist zwar noch kein Friedhofsnachweis, zeigt aber, dass Angelegenheiten der Niedersalweyer Kapelle bereits damals aktenmäßig erfasst wurden.
Noch genauer wird Johannes Dornseiffer 1896.
Er widmet der „Kapelle Niedersalwey“ einen eigenen Abschnitt. Gleich zu Beginn schreibt er, das genaue Baujahr sei nicht bekannt, sicher sei jedoch, dass die Kapelle „sehr alt“ sei.
Er beschreibt das Bauwerk mit steinernem Gewölbe und weist darauf hin, dass der Fußboden damals rund 30 Zentimeter tiefer als das umgebende Erdreich lag.
Dornseiffer nennt außerdem drei Altäre, den 1884 innerhalb der Kapelle errichteten Kreuzweg und ein Barvermögen der Kapelle von rund 2600 Mark.
In früheren Jahrhunderten sei in der Kapelle häufig Gottesdienst gefeiert worden. Als Patrone nennt er Fabian und Sebastian, Quirinus als Nebenpatron. Die Kapellenweihfeste seien früher stark besucht gewesen.
Für unsere Friedhofsgeschichte ist jedoch eine andere Angabe noch wichtiger.
3. Januar 1885: Die Kapelle gehört grundbuchlich noch zur Kirchengemeinde Eslohe
Dornseiffer hält fest, dass die Kapelle in Flur V, Parzelle 434 lag und eine Grundstücksgröße von 1 Ar und 77 Quadratmetern hatte.
Am 3. Januar 1885 wurde sie im Grundbuch ausdrücklich auf den Namen der katholischen Kirchengemeinde von Eslohe eingetragen, Band IV, Blatt 13.
Dieser kleine Grundbucheintrag erzählt eine ganze Geschichte.
Noch sechzehn Jahre vor der Bildung der Kirchengemeinde Salwey war selbst das alte Gotteshaus in Niedersalwey grundbuchlich Eigentum der katholischen Kirchengemeinde Eslohe.
Von einer selbstständigen Salweyer Pfarrei konnte zu diesem Zeitpunkt also keine Rede sein.
Bemerkenswert ist außerdem die Grundstücksgröße. Dornseiffer beschreibt ganz konkret die Kapellenparzelle. Einen angrenzenden „Kirchhof“, „Friedhof“ oder „Begräbnisplatz“ führt er dabei nicht auf.
Das allein beweist noch nicht hundertprozentig, dass es 1885 nirgendwo in Niedersalwey einen Begräbnisplatz gab.
Aber es ist ein starkes Indiz.
1894: Eine historische Karte könnte eine entscheidende Antwort liefern
Nur wenige Jahre später entstand eine hochinteressante Karte.
Im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen befindet sich die „Zusammenlegung Niedersalwey, Übersichtskarte“ aus dem Jahr 1894.
Die Archivaliensignatur lautet W 051, 38045. Der Plan hat einen Maßstab von 1:5000 und gehört zum Bestand des Landesamtes für Agrarordnung.
Diese Karte ist für die Friedhofsforschung von erheblicher Bedeutung.
Sie stammt aus einer Zeit unmittelbar vor der kirchlichen Neuorganisation Salweys.
Wenn sich der Bereich des heutigen Friedhofs eindeutig identifizieren und die Karte vollständig hochauflösend auswerten lässt, könnte man feststellen, wie das Gelände 1894 genutzt beziehungsweise parzelliert war.
Die archivalischen Metadaten der Karte sind eindeutig nachweisbar. Der eigentliche Karteninhalt konnte bislang jedoch nicht in einer Qualität ausgewertet werden, die eine sichere Aussage erlaubt, ob der heutige Friedhof dort bereits eingezeichnet ist oder nicht.
Deshalb wäre die Behauptung „1894 gab es den Friedhof noch nicht“ derzeit zu weitgehend.
Die Karte bietet aber einen hervorragenden Ansatz für die nächste Forschungsstufe.
1896 wird zum entscheidenden Stichtag
Zwei Jahre nach dieser Karte erscheint Dornseiffers „Geschichtliches über Eslohe“.
Und hier kommen mehrere Dinge zusammen.
Dornseiffer beschreibt ausdrücklich die Friedhöfe seiner Pfarrei.
Er beschreibt den alten Esloher Kirchhof.
Er beschreibt den neuen Esloher Friedhof einschließlich seiner ersten Bestattung.
Anschließend beschreibt er die Kapellen der Pfarrei – darunter ausführlich die Kapelle in Niedersalwey.
Er nennt bei der Niedersalweyer Kapelle Grundstück, Größe, Vermögen, Patrone, Altäre, Kreuzweg, Grundbuch und Eigentümer.
Was er nirgendwo erwähnt, ist ein Friedhof in Niedersalwey.
Das ist keine mathematisch absolute Beweisführung. Ein Autor kann etwas übersehen oder bewusst weglassen.
Aber angesichts der außergewöhnlichen Genauigkeit Dornseiffers ist dieses Schweigen auffällig.
Wäre 1896 bereits ein regulärer kirchlicher Friedhof der Esloher Pfarrei in Niedersalwey vorhanden gewesen, wäre es schwer erklärbar, warum Dornseiffer ihn in seinem ausdrücklich „Die Kirchhöfe“ überschriebenen Kapitel nicht nennt, obwohl er unmittelbar danach die Niedersalweyer Kapelle einschließlich ihrer Grundbuchdaten behandelt.
Historische Arbeitshypothese: Der heutige Friedhof in Niedersalwey dürfte eher nach 1896 entstanden sein.
Noch sollte daraus kein festes Gründungsjahr gemacht werden. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass der heutige Friedhof ein jahrhundertealter Kirchhof der Quirinuskapelle ist, wird durch diese Quelle deutlich geringer.
1899 und 1901: Der große kirchliche Wandel im Salweytal
Nur drei Jahre nach Dornseiffers Buch änderten sich die kirchlichen Verhältnisse in Salwey grundlegend.
Eine ausführliche historische Darstellung findet sich in einem Bericht der Mescheder Zeitung vom 5. Juli 1956, der anlässlich des Neubaus der St.-Sebastian-Kirche die Geschichte der Gemeinde rückblickend zusammenfasste und von Wilhelm Feldmann transkribiert wurde.
Danach wurde 1899 für Nieder- und Obersalwey, die bis dahin zum Kirchspiel Eslohe gehörten, ein eigener Gottesdienst eingerichtet.
1901 wurden die beiden Dörfer schließlich zur Kirchengemeinde Salwey zusammengefasst.
Die neue Gemeinde benutzte zunächst die mittelalterliche Kapelle in Niedersalwey als Gotteshaus.
Damit beginnt eine völlig neue Phase.
Was zuvor eine Kapelle innerhalb der Esloher Pfarrei war, wurde nun zum kirchlichen Mittelpunkt einer eigenständiger organisierten Salweyer Gemeinde.
Die alte Kapelle musste dafür sogar verändert werden. Die aus drei Altären bestehende barocke Einrichtung wurde teilweise beseitigt, um Raum für Tabernakelaltar, Kanzel und Kommunionbank zu schaffen.
Beichtstuhl und Taufstein mussten ebenfalls untergebracht werden; trotz einer Empore blieb die Kapelle für die Zahl der Gottesdienstbesucher zu klein.
Auch eine Vikariestelle wurde eingerichtet, und die Salweyer brachten erhebliche Mittel für Gottesdienst, Ausstattung und den Bau eines Vikariehauses auf.
Schon vor dem Ersten Weltkrieg dachte man deshalb über einen größeren Kirchenneubau nach.
Dieser organisatorische Umbruch zwischen 1899 und 1901 ist für die Friedhofsgeschichte vermutlich der Schlüssel.
Entstand mit der neuen Kirchengemeinde auch ein eigener Friedhof?
Genau hier liegt die wahrscheinlichste Erklärung für die Entstehung des heutigen Friedhofs.
Vor 1896 finden wir Salwey als Teil der Mutterpfarrei Eslohe.
1896 beschreibt Dornseiffer ausführlich die bestehenden Friedhöfe, erwähnt aber keinen Friedhof in Niedersalwey.
1899 erhält Salwey einen eigenen Gottesdienst.
1901 entsteht die Kirchengemeinde Salwey.
Ab 1903 tauchen eigene Salweyer kirchliche Register auf.
Und der heutige Friedhof befindet sich nicht unmittelbar rund um die alte Quirinuskapelle, sondern räumlich davon getrennt im Salweytal.
Zusammengenommen spricht vieles dafür, dass der eigene Begräbnisplatz im Zusammenhang mit dieser kirchlichen Verselbstständigung geschaffen wurde.
Das würde auch historisch hervorragend erklären, warum der Friedhof nicht wie ein mittelalterlicher Kirchhof unmittelbar die alte Kapelle umgibt.
Er wäre dann kein „Kirchhof“ im ursprünglichen Sinn, sondern eine gezielt ausgewählte Friedhofsfläche für die neu organisierte Kirchengemeinde.
Der derzeit sachlich sauberste Forschungsstand:
Der heutige Friedhof von Niedersalwey dürfte nach dem derzeitigen Quellenstand erst gegen Ende des 19. beziehungsweise zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden sein. Besonders wahrscheinlich ist ein Zusammenhang mit der Einrichtung des eigenen Gottesdienstes 1899 und der Bildung der Kirchengemeinde Salwey 1901. Ein exaktes Anlage-, Weihe- oder Eröffnungsdatum ist bislang nicht nachgewiesen.
1903: Salwey bekommt eigene kirchliche Register
Eine weitere auffällige zeitliche Marke ist das Jahr 1903.
Das Archivportal Matricula führt für „Salwey, St. Sebastian“ heute fünf erhaltene Einheiten aus dem Zeitraum 1903 bis 2009 auf.
Dazu gehört ein Erstkommunionregister von 1903 bis 1949 und ein Firmregister, das ebenfalls 1903 beginnt. Hinzu kommen Umschläge sowie eine Inventarnotiz aus dem Jahr 1949.
Was in diesem veröffentlichten Salweyer Bestand auffällt: Ein eigenes Sterbebuch wird dort nicht aufgeführt.
Das darf nicht dahingehend missverstanden werden, dass es niemals eines gegeben haben kann. Archivverluste, andere Ablageorte oder eine Weiterführung über Eslohe sind grundsätzlich denkbar.
Für unsere Recherche ist jedoch eine andere Tatsache entscheidend:
Das Esloher Sterbebuch läuft während dieser gesamten Zeit weiter.
Das entscheidende Sterbebuch: Eslohe 1873 bis 1956
Matricula weist für St. Peter und Paul Eslohe das Sterbebuch KB015-01-S aus.
Es umfasst den Zeitraum vom 1. Januar 1873 bis zum 31. Dezember 1956.
Daneben existiert ein Namensregister der Sterbefälle für denselben Zeitraum. Teile des Bestandes sind aufgrund kirchlicher Schutzfristen für die öffentliche Online-Nutzung eingeschränkt.
Genau dieses Buch dürfte für die Suche nach der Entstehung des Friedhofs entscheidend sein.
Wenn man die Todesfälle aus Nieder- und Obersalwey etwa von 1890 bis 1910 vollständig chronologisch untersucht, könnte sich der Übergang möglicherweise unmittelbar erkennen lassen.
Interessant wären insbesondere Bemerkungen zum Begräbnisort.
In älteren katholischen Sterberegistern finden sich je nach Pfarrer und Zeitraum neben Name, Todesdatum und Alter mitunter Angaben zur Beerdigung oder Besonderheiten des Todesfalls.
Unser Ziel müsste deshalb sein, nicht einfach nur den ersten bekannten Salweyer Todesfall nach 1900 herauszusuchen, sondern mehrere Jahre systematisch miteinander zu vergleichen.
Wann erscheint erstmals ein Hinweis auf eine Beisetzung in Salwey?
Gibt es plötzlich eine Veränderung der Eintragsweise?
Wird zwischen Eslohe und Salwey unterschieden?
Findet sich vielleicht sogar eine Formulierung wie „auf dem neuen Friedhof zu Salwey“?
Ein einziger solcher Eintrag könnte die bisher offene Frage entscheidend beantworten.
Die erste Bestattung wäre der historische Volltreffer
Wie wertvoll ein solcher Fund wäre, zeigt erneut der Vergleich mit Eslohe.
Dort nennt Dornseiffer nicht nur das Jahr der Friedhofsanlage, sondern sogar das erste bestattete Kind und das exakte Beerdigungsdatum: 25. Juni 1874.
Für Niedersalwey suchen wir im Grunde genau dieselbe Information.
Die erste sicher nachweisbare Beerdigung auf dem heutigen Friedhof würde uns zumindest einen spätesten Zeitpunkt liefern, zu dem der Friedhof bereits existierte.
Fände man beispielsweise einen Eintrag aus dem Jahr 1902 mit eindeutigem Hinweis auf eine Beerdigung in Salwey, wäre bewiesen, dass der Friedhof spätestens 1902 bestand.
Fände sich davor ein Todesfall von 1901, der noch ausdrücklich in Eslohe beigesetzt wurde, könnte man den Zeitraum möglicherweise sogar auf wenige Monate eingrenzen.
Genau deshalb sind die Kirchenbücher wesentlich wichtiger als irgendeine spätere Internetangabe über ein vermeintliches Gründungsjahr.
Eine weitere Akte umfasst genau die entscheidenden Jahre 1896 bis 1924
Noch eine Quelle verdient besondere Aufmerksamkeit.
Im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen befindet sich eine Sachakte mit der Bezeichnung „Bildung einer Gemeinde Salwey Bd. 1“.
Die Archivaliensignatur lautet K 334, 35.
Die Laufzeit reicht von 1896 bis 1924.
Schon die Jahreszahlen lassen aufhorchen: Die Akte beginnt exakt in dem Jahr, in dem Dornseiffers Beschreibung erschien, und umfasst die Zeit der kirchlichen Neuordnung Salweys.
Allerdings muss man hier aufpassen.
Die Akte liegt im Bestand des Kreisausschusses Meschede unter „Gemeindeangelegenheiten“. Es handelt sich also zunächst um eine weltlich-administrative Akte zur Gemeindebildung und nicht automatisch um die Gründungsakte der katholischen Kirchengemeinde St. Sebastian.
Trotzdem könnte sie für die Friedhofsforschung enorm wertvoll sein.
Sollte im Zuge der Neuorganisation über Grundstücke, öffentliche Wege, Gemarkungsgrenzen, Eigentumsfragen oder kommunale Zuständigkeiten gesprochen worden sein, könnte dort indirekt auch ein Friedhofsgrundstück auftauchen.
1911 bis 1918: Grundeigentumskarten können den nächsten Beweis liefern
Ein zweiter großer Quellenkomplex sind detaillierte Grundstückskarten aus der Zeit vor und während des Ersten Weltkriegs.
Für die Gemarkung „Salvey“ existieren im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen mehrere Grundeigentumskarten im Maßstab 1:1000.
Blatt 5 trägt die Signatur BR 1213, 1016 und betrifft unter anderem Fluren in Ober- und Niedersalwey. Die Laufzeit wird mit 1911 bis 1918 angegeben.
Blatt 6 trägt die Signatur BR 1213, 1017, ebenfalls im Maßstab 1:1000, und betrifft weitere Bereiche der Fluren 4 und 6 in Ober- beziehungsweise Niedersalwey.
Ein Maßstab von 1:1000 erlaubt eine erheblich detailliertere Betrachtung als eine gewöhnliche Übersichtskarte.
Wenn der Bereich des heutigen Friedhofs auf einem dieser Blätter liegt, müsste sich anhand der Grundstücksgrenzen möglicherweise feststellen lassen, ob dort bereits eine gesonderte Parzelle vorhanden war.
Zusammen mit der Übersichtskarte von 1894 entsteht damit ein ausgesprochen spannendes Vergleichspaar:
1894 auf der einen Seite – die Zeit unmittelbar vor der kirchlichen Verselbstständigung.
1911 bis 1918 auf der anderen Seite – etwa ein Jahrzehnt nach Bildung der Kirchengemeinde.
Sollte auf der früheren Karte noch kein Friedhof und auf der späteren Karte bereits eine klar abgegrenzte Friedhofsfläche vorhanden sein, ließe sich die Entstehung kartografisch erstmals eindeutig einkreisen.
Bis die Originalkarten vollständig ausgewertet sind, bleibt das allerdings eine Forschungsaufgabe und darf nicht als bereits bewiesener Befund dargestellt werden.
Der heutige Friedhof liegt nicht an der mittelalterlichen Kapelle
Auch seine heutige Lage erzählt etwas.
Der Friedhof Niedersalwey wird in aktuellen Friedhofsverzeichnissen unter der Lagebezeichnung „Salweytal, 59889 Eslohe“ geführt.
Kartendaten verorten den Zugang beziehungsweise Parkplatz des Friedhofs westlich der beiden Kirchen.
Entscheidend ist weniger ein exakter Meterwert als die grundsätzliche Situation:
Der Friedhof umschließt weder die alte Quirinuskapelle noch die heutige St.-Sebastian-Kirche.
Das unterscheidet ihn deutlich vom klassischen alten Kirchhof, wie Dornseiffer ihn etwa für Eslohe beschreibt, wo die Grabstätten unmittelbar rund um die Kirche lagen.
Auch dies passt gut zur These einer späteren eigenständigen Friedhofsanlage.
Ein uralter Kirchhof hätte sich typischerweise aus dem unmittelbaren Umfeld der Kirche entwickelt. Der Friedhof von Niedersalwey liegt dagegen als eigener Begräbnisplatz räumlich getrennt davon.
Das ist kein alleiniger Beweis für ein bestimmtes Gründungsjahr, ergänzt die übrigen Indizien aber auf bemerkenswerte Weise.
Die alte Kapelle wird nach 1901 endgültig zu klein
Mit der Bildung der Kirchengemeinde war die räumliche Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen.
Die Quirinuskapelle genügte der neuen Gemeinde von Anfang an nur eingeschränkt. Der Bericht der Mescheder Zeitung von 1956 schildert die schwierigen Platzverhältnisse sehr anschaulich.
Trotz Umgestaltung und Empore war die Kapelle für die Anforderungen einer Pfarrgemeinde nicht ausreichend.
Bereits vor dem Ersten Weltkrieg entstanden Pläne für einen Neubau, die jedoch zunächst am Krieg und später an der Inflation scheiterten.
1937 wurde die Frage erneut aufgegriffen. Wieder verhinderten politische Entwicklungen und schließlich der Zweite Weltkrieg den Bau.
Erst nach dem Krieg kam das Vorhaben wieder in Bewegung. Grundstückskäufe und Tauschgeschäfte ermöglichten schließlich einen Bauplatz neben der Vikarie in der Achse des Salweytals.
Damit verschob sich das kirchliche Zentrum Niedersalweys noch einmal.
Die neue St.-Sebastian-Kirche entstand 1956/57.
Die Grundsteinlegung fand am 8. Juli 1956 statt; am 10. November 1957 wurde das neue Gotteshaus eingeweiht.
Auch 1956 bezeichnet man Eslohe noch als Mutterkirche
Trotz der längst entwickelten eigenen Salweyer Kirchengemeinde war die historische Verbindung zu Eslohe nicht vergessen.
Die bei der Grundsteinlegung 1956 verlesene Urkunde bezeichnete die neue Kirche sinngemäß ausdrücklich als Tochterkirche der Mutterkirche Eslohe.
Damit spannt sich ein bemerkenswerter Bogen:
1501
Niedersalwey wird urkundlich dem Kirchspiel Eslohe zugeordnet.
1656
Johann Engelbert von Schade aus Obersalwey wird in der Esloher Pfarrkirche bestattet.
1885
Die Niedersalweyer Kapelle wird grundbuchlich auf die katholische Kirchengemeinde Eslohe eingetragen.
1896
Pfarrer Dornseiffer beschreibt die Friedhöfe der Pfarrei ausführlich, nennt aber keinen Friedhof in Niedersalwey.
1899
Nieder- und Obersalwey erhalten einen eigenen Gottesdienst.
1901
Bildung der Kirchengemeinde Salwey.
ab 1903
Eigene kirchliche Register für Salwey sind nachweisbar.
1956/57
Bau und Einweihung der heutigen St.-Sebastian-Kirche.
Vor diesem Hintergrund ist auch die Geschichte des Friedhofs keine isolierte lokale Episode.
Sie gehört unmittelbar zur allmählichen kirchlichen Selbstständigkeit des Salweytals.
Friedhof, Kirche und dörfliche Bestattungskultur
Mit einem eigenen Friedhof änderte sich für die Bewohner von Nieder- und Obersalwey mehr als nur der Ort der Bestattung.
Ein dörflicher Friedhof schafft eine unmittelbare Verbindung zwischen den Lebenden und den Verstorbenen.
Die Gräber liegen nicht mehr beim zentralen Pfarrort mehrere Kilometer entfernt, sondern mitten im Lebensraum der Dorfgemeinschaft.
Familien können die Grabstätten regelmäßig aufsuchen. Prozessionen und Trauerzüge erhalten einen örtlichen Bezug. Namen und Familiengeschichten bleiben über Generationen sichtbar.
Für ein Dorf wie Salwey, dessen kirchliches Leben sich um 1900 zunehmend verselbstständigte, wäre ein eigener Friedhof deshalb nicht nur eine praktische Einrichtung gewesen, sondern ein bedeutender Schritt zur eigenen kirchlichen Identität.
Genau deshalb erscheint der Zusammenhang zwischen Kirchengemeindegründung und Friedhofsanlage historisch so plausibel.
Plausibilität ist allerdings kein Ersatz für eine Urkunde. Doch selten passen unterschiedliche Quellen so schlüssig zusammen.
Eine eigene Leichenhalle ist für die jüngere Zeit nachweisbar
Ein moderner Nachweis zeigt zudem, dass Salwey über eine eigene Leichenhalle verfügt beziehungsweise verfügte.
Als die Gemeinde Eslohe 2013 über die Zukunft ihrer kommunalen Totenkapelle diskutierte, berichtete der SauerlandKurier, der Kirchenvorstand von St. Sebastian Salwey habe sich bereit erklärt, im Bedarfsfall auch Verstorbene aus Eslohe in der Salweyer Leichenhalle aufzubahren.
Das ist für die Gründungsfrage zwar sehr spät, dokumentiert aber die gewachsene Bestattungsinfrastruktur der Salweyer Kirchengemeinde.
Der Friedhof war damit längst nicht mehr nur eine Fläche mit Grabstätten, sondern Teil einer örtlichen Struktur für Aufbahrung, Trauergottesdienst und Beisetzung.
Die Friedhofsgeschichte ist zugleich Familiengeschichte
Ein alter Dorffriedhof besitzt noch eine zweite historische Dimension.
Kirchenbücher erzählen das Leben eines Dorfes in Daten: Geburt, Taufe, Heirat und Tod.
Der Friedhof setzt diese Geschichte sichtbar fort.
Wer systematisch die ältesten noch erhaltenen Grabsteine in Niedersalwey erfasst, könnte deshalb eine zweite unabhängige Quellengruppe schaffen.
Familiennamen, Geburts- und Sterbedaten sowie möglicherweise Berufs-, Hof- oder Verwandtschaftsangaben ließen sich anschließend mit den Esloher Kirchenbüchern vergleichen.
Gerade für die Jahrzehnte um 1900 wäre eine vollständige fotografische Dokumentation der ältesten Grabsteine äußerst interessant.
Der älteste heute sichtbare Grabstein muss zwar keineswegs zur ersten Beerdigung gehören – ältere Gräber können längst abgeräumt oder neu belegt worden sein –, doch könnte sich daraus zumindest eine Mindestchronologie ergeben.
Auch alte Sterbebildchen, Familienalben und Todesanzeigen aus Salwey wären dabei wertvolle Quellen.
Oft befindet sich die entscheidende Information über einen Dorffriedhof nämlich nicht in einem großen Staatsarchiv, sondern in einer alten Familienmappe.
Die Salweyer Chronik könnte noch eine entscheidende Lücke schließen
Für Nieder- und Obersalwey existiert außerdem eine umfangreiche Ortschronik:
„650 Jahre Niedersalwey–Obersalwey – Zwei Orte, eine Geschichte“.
Sie wurde vom Heimat- und Förderverein Salwey herausgegeben und wird bibliografisch mit einer Erstveröffentlichung im Jahr 2004 geführt.
Diese Chronik konnte für die bisherige Recherche noch nicht vollständig im Volltext ausgewertet werden.
Deshalb wird ihr hier bewusst keine Information zugeschrieben, die nicht selbst geprüft wurde.
Gerade für die Friedhofsgeschichte dürfte sie aber eine der wichtigsten noch auszuwertenden Quellen sein.
Falls dort ein Satz wie „Im Jahre … wurde der neue Friedhof angelegt“ oder eine Erinnerung an die erste Beisetzung enthalten ist, könnten die archivalischen Indizien unmittelbar damit abgeglichen werden.
Besonders interessant wären Kapitel über die Kirchengemeinde, die Vikariestelle, die alte Kirche, den Friedhof, Totengräber, Kriegerdenkmal und örtliche Familien.
Was lässt sich heute wirklich sicher sagen?
Nach Auswertung der bisher gefundenen Unterlagen lassen sich mehrere Aussagen als gesichert betrachten.
Niedersalwey verfügte spätestens im 13. Jahrhundert über eine eigene Kapelle, war aber jahrhundertelang keine selbstständige Pfarrei.
Spätestens 1501 ist Niedersalwey urkundlich als Bestandteil des Kirchspiels Eslohe belegt.
Die Esloher Kirchenbücher reichen bis in das frühe 17. Jahrhundert zurück.
1656 ist die Beisetzung Johann Engelbert von Schades aus Obersalwey in der Pfarrkirche zu Eslohe überliefert.
1874 wurde in Eslohe außerhalb des alten Kirchhofs ein neuer konfessioneller Friedhof eröffnet. Dessen erste Beisetzung ist auf den 25. Juni 1874 datierbar.
Die Niedersalweyer Kapelle gehörte 1885 grundbuchlich zur katholischen Kirchengemeinde Eslohe.
1896 beschreibt Johannes Dornseiffer die Esloher Friedhöfe und die Niedersalweyer Kapelle ausführlich, erwähnt aber keinen Friedhof in Niedersalwey.
1899 wurde für Nieder- und Obersalwey ein eigener Gottesdienst eingerichtet.
1901 wurde die Kirchengemeinde Salwey gebildet.
Ab 1903 sind eigenständige Salweyer Register für Erstkommunion und Firmung nachgewiesen.
Das Esloher Sterbebuch läuft von 1873 bis 1956 weiter und ist deshalb eine der wichtigsten Quellen für die Suche nach der ersten Beisetzung in Salwey.
Aus den Jahren 1911 bis 1918 existieren detaillierte Grundeigentumskarten der Gemarkung Salvey.
1956/57 wurde die heutige St.-Sebastian-Kirche errichtet.
Der Friedhof besteht heute als eigenständiger Begräbnisplatz im Bereich Salweytal und liegt räumlich von den beiden Kirchen getrennt.
Was spricht stark dafür, ist aber noch nicht endgültig bewiesen?
Die Quellenlage spricht deutlich dagegen, den heutigen Friedhof ohne weiteren Nachweis als jahrhundertealten Friedhof der Quirinuskapelle zu bezeichnen.
Besonders schwer wiegt Dornseiffers Darstellung von 1896.
Ein Pfarrer, der sein Kapitel ausdrücklich „Die Kirchhöfe“ nennt, den neuen Esloher Friedhof bis hin zur ersten Beisetzung beschreibt und wenige Seiten später sogar die Parzellennummer der Niedersalweyer Kapelle nennt, hätte einen bestehenden regulären Friedhof in Niedersalwey vermutlich erwähnt.
Dass er dies nicht tut, ist ein starkes historisches Indiz dafür, dass der heutige Friedhof damals entweder noch nicht existierte oder jedenfalls noch nicht als regulärer Friedhof der Kirchengemeinde bestand.
Die wahrscheinlichste Entstehungsphase liegt deshalb nach heutigem Forschungsstand in den Jahren um 1900.
Die Schaffung eines eigenen Gottesdienstes 1899 und die Bildung der Kirchengemeinde 1901 bilden dabei einen sehr überzeugenden historischen Zusammenhang.
Ein exaktes Jahr – etwa 1900, 1901, 1902 oder 1903 – lässt sich derzeit noch nicht verantwortungsvoll nennen.
Die große offene Frage: Wer wurde als Erster in Niedersalwey beerdigt?
Das ist momentan die spannendste ungelöste Frage.
Irgendwann muss es diesen einen Tag gegeben haben.
Das Friedhofsgrundstück war vorbereitet.
Vielleicht war es zuvor eingesegnet worden.
Die Gemeinde versammelte sich.
Zum ersten Mal führte ein Trauerzug nicht zum alten Begräbnisort der Mutterpfarrei, sondern zum neuen Friedhof im eigenen Tal.
Ein Mensch aus Nieder- oder Obersalwey wurde dort als erster beerdigt.
Dieser Name müsste sich mit großer Wahrscheinlichkeit noch herausfinden lassen.
Vielleicht steht er in einem Kirchenbuch.
Vielleicht in einem Kirchenvorstandsprotokoll.
Vielleicht im Pfarrarchiv.
Vielleicht in der Salweyer Chronik.
Vielleicht in einem alten Familienbuch.
Oder vielleicht sogar auf einem alten Foto eines Grabsteins, das seit Jahrzehnten unbeachtet in einer Schublade liegt.
Sollte dieser Name gefunden werden, hätten wir nicht nur ein Datum.
Wir hätten die eigentliche Geburtsstunde des Friedhofs.
Möglicherweise existierte sogar eine förmliche Einweihung
Auch diese Frage ist offen.
Katholische Friedhöfe wurden kirchlich gesegnet beziehungsweise eingeweiht.
Für Niedersalwey könnte deshalb eine entsprechende Notiz existieren:
im Pfarrarchiv, in den Kirchenvorstandsprotokollen, in einem Chronikbuch, in Akten des Generalvikariats Paderborn oder in einer damaligen Lokalzeitung.
Gerade Begriffe wie „Kirchhof“, „Friedhof“, „Gottesacker“, „Begräbnisplatz“, „Einsegnung“, „Benediktion“, „Beerdigungsplatz“ oder „Leichenhof“ sollten bei einer weiteren Archivrecherche berücksichtigt werden.
Auch die historische Schreibweise „Salvey“ ist wichtig, weil die Karten des frühen 20. Jahrhunderts genau diese Form verwenden.
Das wahrscheinlichste Gesamtbild
Wenn man alle bisher gefundenen Puzzleteile zusammensetzt, entsteht folgende Entwicklung:
Über viele Jahrhunderte verfügte Niedersalwey mit der heutigen Quirinuskapelle zwar über ein eigenes Gotteshaus, blieb aber Bestandteil des großen Esloher Kirchspiels.
Die wesentlichen pfarrlichen Funktionen lagen in Eslohe.
Dort wurden die Kirchenbücher geführt.
Dort befand sich der alte Kirchhof.
Dort wurde beispielsweise 1656 Johann Engelbert von Schade aus Obersalwey in der Pfarrkirche bestattet.
Noch 1885 gehörte sogar die Niedersalweyer Kapelle selbst grundbuchlich der katholischen Kirchengemeinde Eslohe.
1896 kennt Pfarrer Dornseiffer in seiner ausführlichen Darstellung keinen ausdrücklich genannten Salweyer Friedhof.
Dann verändert sich innerhalb weniger Jahre alles.
1899: eigener Gottesdienst.
1901: eigene Kirchengemeinde.
Ab 1903: eigene kirchliche Register.
Ein eigener Seelsorger und ein Vikariehaus kommen hinzu.
Und vermutlich in genau diesem Zusammenhang entsteht auch ein eigener Begräbnisplatz für die Menschen aus Nieder- und Obersalwey.
Der Friedhof wäre demnach kein Überbleibsel des Mittelalters, sondern ein sichtbares Zeugnis jener Phase, in der sich Salwey kirchlich von der jahrhundertelangen unmittelbaren Abhängigkeit von Eslohe löste und ein stärkeres eigenes Gemeindeleben entwickelte.
Gerade dadurch wird seine Geschichte eigentlich noch interessanter.
Denn dann steht der Friedhof gemeinsam mit der Vikariestelle und der späteren St.-Sebastian-Kirche für einen der bedeutendsten Entwicklungsschritte des Salweytals um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.
Fazit – ein stiller Ort mit einer noch nicht vollständig erzählten Geschichte
Der Friedhof von Niedersalwey wirkt auf den ersten Blick selbstverständlich.
Er gehört zum Ort, so wie die alte Kapelle, die Kirche, der Salweybach und die Häuser des Dorfes.
Historisch ist er aber alles andere als selbstverständlich.
Seine Geschichte führt zurück in eine Zeit, in der Nieder- und Obersalwey noch vollständig zum Kirchspiel Eslohe gehörten.
Sie führt zu jahrhundertealten Kirchenbüchern, zu Angehörigen der Familie von Schade, zum alten Kirchhof rund um die Esloher Pfarrkirche und zum neuen Esloher Friedhof von 1874.
Sie führt zu einer kleinen Kapelle, die 1885 noch grundbuchlich Eigentum der katholischen Kirchengemeinde Eslohe war, und zu einem Pfarrer, der 1896 das kirchliche Leben seiner Pfarrei mit erstaunlicher Genauigkeit dokumentierte.
Und dann führt die Spur in jene wenigen Jahre um 1900, in denen sich in Salwey kirchlich etwas Grundlegendes veränderte.
1899 eigener Gottesdienst.
1901 Bildung der Kirchengemeinde.
Ab 1903 eigene kirchliche Register.
Alles spricht dafür, dass auch die Entstehung des heutigen Friedhofs in diesen historischen Zusammenhang gehört.
Ein endgültiger Satz wie „Der Friedhof Niedersalwey wurde am … eröffnet“ wäre heute allerdings noch voreilig.
Noch fehlt uns das eine Dokument.
Noch fehlt die erste eindeutig belegte Beisetzung.
Noch fehlt möglicherweise die Einweihungsurkunde.
Aber der Suchraum ist inzwischen erstaunlich klein geworden.
Aus einer zunächst völlig offenen Frage ist eine konkrete historische Forschungsaufgabe geworden.
Der entscheidende Befund:
Der Zeitraum unmittelbar nach 1896 und rund um die kirchliche Neuordnung Salweys von 1899/1901 erscheint nach dem bisherigen Quellenstand als wahrscheinlichste Entstehungsphase des heutigen Friedhofs.
Wenn es gelingt, das Esloher Sterbebuch dieser Jahre, die entsprechenden Kirchenvorstandsunterlagen, die Salweyer Chronik und die historischen Grundstückskarten vollständig gegeneinander auszuwerten, dürfte sich die Geburtsstunde des Friedhofs möglicherweise noch exakt bestimmen lassen.
Und dann könnte über dem Kapitel zur Friedhofsgeschichte irgendwann tatsächlich ein bislang unbekannter Satz stehen:
„Seit dem Jahre … ruhen die Verstorbenen aus Nieder- und Obersalwey auf ihrem eigenen Friedhof im Salweytal.“
Quellen und Nachweise
1. Landesarchiv Nordrhein-Westfalen – Urkunde vom 24. Juni 1501
Bestand: Stift Meschede – Urkunden
Archivaliensignatur: A 114u, 551
Die Urkunde nennt Nieder-Salwey in der historischen Schreibweise „Nedern Salueye“ und ordnet den Ort ausdrücklich dem „Esleuer Kirchspiel“ zu. Sie gehört damit zu den wichtigsten unmittelbaren Belegen für die jahrhundertelange kirchliche Zugehörigkeit Niedersalweys zu Eslohe.
2. Johannes Dornseiffer: „Geschichtliches über Eslohe“, Paderborn 1896 – Die Kirchhöfe
Digitalisat der Universitätsbibliothek Paderborn.
Dornseiffer beschreibt den alten Kirchhof rund um die Esloher Kirche sowie den neuen Friedhof zwischen Eslohe und Nieder-Eslohe. Er nennt Flurstücke, Grundstücksgrößen, Kaufpreis, Eigentumsverhältnisse und die erste Beisetzung vom 25. Juni 1874.
Für die Niedersalweyer Forschung besonders wichtig ist, dass in diesem ausführlichen Kapitel kein Friedhof in Niedersalwey genannt wird.
3. Johannes Dornseiffer: „Geschichtliches über Eslohe“, Paderborn 1896 – Die Kapellen
Dornseiffer beschreibt die Kapelle Niedersalwey mit Ausstattung, Vermögen, Patronen und Grundstück.
Besonders bedeutend ist der Grundbucheintrag: Die Kapelle lag in Flur V, Parzelle 434, und wurde am 3. Januar 1885 auf den Namen der katholischen Kirchengemeinde Eslohe eingetragen, Band IV, Blatt 13.
Universitätsbibliothek Paderborn – Abschnitt über die Kapellen
4. Erzbistumsarchiv Paderborn / Matricula – St. Peter und Paul Eslohe
Der umfangreiche Esloher Kirchenbuchbestand reicht bis in das frühe 17. Jahrhundert zurück.
Trauungen sind ab 1612, Taufen ab 1615 und Sterbefälle in erhaltenen Sterbebüchern ab 1656 dokumentiert.
5. Sterbebuch Eslohe 1873–1956
Signatur: KB015-01-S
Zeitraum: 1. Januar 1873 bis 31. Dezember 1956
Dieses Sterbebuch gehört zu den wichtigsten noch vollständig auszuwertenden Quellen für die Suche nach der ersten Beisetzung auf dem Friedhof in Niedersalwey.
6. Historischer Kirchenbucheintrag Johann Engelbert von Schade, 1656
In einer historischen kirchengeschichtlichen Veröffentlichung wird ein Eintrag aus dem Esloher Sterbebuch von 1656 wiedergegeben.
Johann Engelbert von Schade aus Obersalwey wurde demnach in der neuen Pfarrkirche zu Eslohe bestattet.
Geschichtliches aus dem Sauerlande – historischer Kirchenbuchauszug
7. Landesarchiv NRW – Reparaturen an der Kapelle von Nieder-Salwey
Archivaliensignatur: K 333, 1310
Laufzeit: 1825–1835
Die Akte dokumentiert Reparaturangelegenheiten an der Niedersalweyer Kapelle im 19. Jahrhundert.
8. Landesarchiv NRW – Zusammenlegung Niedersalwey, Übersichtskarte 1894
Archivaliensignatur: W 051, 38045
Maßstab: 1:5000
Jahr: 1894
Die Karte zeigt Niedersalwey wenige Jahre vor der kirchlichen Neuorganisation. Der konkrete Bereich des heutigen Friedhofs muss noch anhand eines ausreichend hochauflösenden Kartenbildes untersucht werden.
Deutsche Digitale Bibliothek – Übersichtskarte Niedersalwey 1894
9. Landesarchiv NRW – Bildung einer Gemeinde Salwey, Band 1
Archivaliensignatur: K 334, 35
Laufzeit: 1896–1924
Die Akte betrifft die weltlich-administrative Gemeindebildung und darf nicht mit der Gründungsakte der katholischen Kirchengemeinde gleichgesetzt werden. Aufgrund ihres Zeitraums ist sie dennoch für Grundstücks- und Verwaltungsfragen von besonderem Interesse.
Deutsche Digitale Bibliothek – Bildung einer Gemeinde Salwey
10. Mescheder Zeitung vom 5. Juli 1956 – historische Rückschau
Der Bericht nennt 1899 als Jahr der Einrichtung eines eigenen Gottesdienstes für Nieder- und Obersalwey und 1901 als Jahr der Bildung der Kirchengemeinde Salwey.
Er beschreibt außerdem die anschließende Nutzung und Umgestaltung der mittelalterlichen Kapelle sowie die Entwicklung der Vikariestelle.
11. Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe – St. Sebastian und Quirinuskapelle
Die offizielle Kirchengemeindeseite datiert die Quirinuskapelle in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts.
Für St. Sebastian werden der Baubeginn 1956, die Grundsteinlegung am 8. Juli 1956 und die Einweihung am 10. November 1957 genannt.
12. Matricula – St. Sebastian Salwey
Der veröffentlichte Bestand umfasst mehrere Einheiten aus den Jahren 1903 bis 2009.
Erstkommunion- und Firmregister beginnen 1903. Ein eigenes Salweyer Sterbebuch wird in diesem veröffentlichten Bestand nicht aufgeführt.
13. Grundeigentumskarte der Gemarkung Salvey – Blatt 5
Archivaliensignatur: BR 1213, 1016
Maßstab: 1:1000
Laufzeit: 1911–1918
Die Karte betrifft Bereiche von Ober- und Niedersalwey und könnte zur Identifizierung des damaligen Friedhofsgrundstücks dienen.
14. Grundeigentumskarte der Gemarkung Salvey – Blatt 6
Archivaliensignatur: BR 1213, 1017
Maßstab: 1:1000
Laufzeit: 1911–1918
15. Deutsches Friedhofsverzeichnis – Friedhof Niedersalwey
Der Friedhof wird mit der Lageangabe Salweytal, 59889 Eslohe geführt.
16. SauerlandKurier – Nutzung der Salweyer Leichenhalle
Im Jahr 2013 wurde berichtet, dass der Kirchenvorstand St. Sebastian Salwey einer möglichen Aufbahrung Verstorbener aus Eslohe in der Salweyer Leichenhalle zugestimmt hatte.
Damit ist eine entsprechende örtliche Bestattungsinfrastruktur für die jüngere Zeit nachgewiesen.
17. Salweyer Chronik
„650 Jahre Niedersalwey–Obersalwey – Zwei Orte, eine Geschichte“
Herausgegeben vom Heimat- und Förderverein Salwey. Die Chronik ist bibliografisch mit einer Veröffentlichung im Jahr 2004 nachgewiesen.
Sie wurde für diese Recherche noch nicht vollständig im Original ausgewertet und wird deshalb bewusst nicht als Beleg für ein bestimmtes Gründungsjahr des Friedhofs verwendet.
Stand der historischen Recherche
Stand: 11. August 2026
Zusammenfassung:
Ein jahrhundertealter Friedhof unmittelbar an der Quirinuskapelle ist bislang nicht nachgewiesen. Im Gegenteil sprechen insbesondere die detaillierte Beschreibung Johannes Dornseiffers von 1896 und die kirchliche Entwicklung von 1899/1901 stark dafür, dass der heutige Friedhof in Niedersalwey erst um die Wende zum 20. Jahrhundert als eigenständiger Begräbnisplatz entstanden ist.
Das genaue Gründungsjahr, eine mögliche Einweihung und die erste dort erfolgte Beisetzung bleiben bislang offen.
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