KFD Salwey

Frauengemeinschaft Salwey – seit 1912 ein fester Bestandteil des Dorflebens
Die Frauengemeinschaft Salwey blickt auf eine mehr als 110-jährige Geschichte zurück und gehört damit zu den traditionsreichsten Gemeinschaften im Ort. Ihre Wurzeln reichen bis in das Jahr 1912 zurück. Am 30. Oktober 1912 wurde für Salwey offiziell eine kirchliche Gemeinschaft der Frauen gegründet, damals noch unter der Bezeichnung „Verein christlicher Mütter“ beziehungsweise „Mütterverein“.
Die Gründung war eng mit dem kirchlichen Leben in Salwey verbunden. Bereits seit 1899 verfügte der Ort mit Vikar Anton Schulte über einen eigenen Geistlichen. Er gründete unter anderem auch den Mütterverein und begleitete dessen Arbeit. Erste Vorsitzende wurde Elisabeth Kaiser, genannt Hormes. Unterstützt wurde sie von mehreren Helferinnen aus dem Ort.
Gemeinschaft, Glaube und gegenseitige Unterstützung
Von Beginn an ging es um weit mehr als regelmäßige Treffen. Die Gemeinschaft sollte Frauen miteinander verbinden, das kirchliche Leben unterstützen und dort helfen, wo Hilfe benötigt wurde. Monatlich sammelten die Helferinnen kleine Beiträge ein, mit denen unter anderem Gottesdienste für lebende und verstorbene Mitglieder finanziert wurden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm das Vereinsleben wieder deutlich Fahrt auf. Unter Vikar Walter Wahle wurden regelmäßig Wallfahrten, Ausflüge und gemeinsame Kaffeetrinken organisiert. Damit entwickelte sich die Frauengemeinschaft zunehmend auch zu einem wichtigen gesellschaftlichen Treffpunkt für die Frauen in Salwey.
1954/55 erhielt die Frauengemeinschaft eine eigene Fahne. Gleichzeitig engagierten sich die Mitglieder intensiv für die Missionsarbeit. Unter anderem wurden Decken gestrickt sowie Verbände und Wickel aus alten Bettlaken hergestellt. Viele Frauen brachten sich mit großem persönlichen Einsatz in diese Arbeit ein.
Frauen übernehmen selbst Verantwortung
Eine wichtige Veränderung gab es in den 1960er-Jahren. Bis dahin hatten die jeweiligen Geistlichen vielfach gleichzeitig die Aufgaben des Präses, Schriftführers und Kassierers übernommen. Aus gesundheitlichen Gründen konnte Vikar Sander diese zusätzlichen Aufgaben nicht mehr wahrnehmen.
Daraufhin übernahmen die Frauen selbst immer mehr Verantwortung innerhalb ihrer Gemeinschaft. Vorsitzende wurde 1963 Theresia Hennecke. Sie folgte auf Elisabeth Kaiser, die nach rund 50 Jahren an der Spitze aus gesundheitlichen Gründen ihr Amt niederlegte.
1971 übernahm Maria Paroth den Vorsitz. Nach ihrem Tod im Jahr 1972 führte zunächst Gerhard Schober die Gemeinschaft kommissarisch weiter. 1983 wechselte der Vorsitz zu Maria Ramrath.
75-jähriges Jubiläum und eine neue Fahne
Ein besonderer Höhepunkt war der 29. November 1987. An diesem Tag feierte die Frauengemeinschaft ihr 75-jähriges Bestehen. Gleichzeitig wurde eine neue Fahne eingeweiht, die die Aufschrift „Maria du Trost und Hoffnung“ trägt.
Auch personell entwickelte sich die Gemeinschaft weiter: 19 jüngere Frauen wurden aufgenommen. Das Jubiläum wurde mit einer Schützenhalle voller Besucher gefeiert und zeigte eindrucksvoll, welchen Stellenwert die Frauengemeinschaft bereits damals im Ort hatte.
Ein Verein mit vielen Aktivitäten
1989 übernahm Wilma Tillmann den Vorsitz und führte die Frauengemeinschaft bis 1997. Anschließend wurde Benita Schumacher Vorsitzende. Nachdem auch sie ihr Amt 2001 abgab, übernahm zunächst eine kommissarische Leitung durch Anneri Egelmeier, Hetti Rommel-Bölzle, Martina Schulte und Petra Brandelik. Am 7. Februar 2003 wurde Petra Brandelik schließlich zur neuen Vorsitzenden gewählt.
Über die Jahrzehnte wandelten sich zwar Aufgaben und Strukturen, doch das Grundprinzip blieb erhalten: Gemeinschaft leben und sich für andere einsetzen.
Zu den zahlreichen Aktivitäten gehörten unter anderem Frührschichten in der Kirche, Wanderungen, Fahrten nach Werl, Kräuterbunde, Radtouren, Karnevalsveranstaltungen, Adventskaffeetrinken, Pfarrfeste und Seniorennachmittage.
Im Jahr 2003 zählte die Frauengemeinschaft 210 Mitglieder – ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie fest sie im Leben der Salweyer Familien und des gesamten Dorfes verankert war.
Bis heute ein Teil von Salwey
Mehr als ein Jahrhundert nach ihrer Gründung besteht die Frauengemeinschaft Salwey bis heute. Vieles hat sich seit 1912 verändert: das gesellschaftliche Leben, die Rolle der Frauen, die Kirche und auch die Art, wie Gemeinschaft organisiert wird. Geblieben ist jedoch der Gedanke, der bereits die Gründerinnen miteinander verband: zusammenkommen, füreinander da sein, Traditionen bewahren und sich aktiv am Leben im Dorf beteiligen.
Damit ist die Frauengemeinschaft nicht nur ein Stück Salweyer Vereinsgeschichte. Sie steht auch für Generationen von Frauen, die seit 1912 mit ihrem persönlichen Einsatz das kirchliche und gesellschaftliche Leben in Salwey mitgeprägt haben.
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