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St. Johannes Baptist

St. Johannes Baptist in Obersalwey

Ein kleines Gotteshaus mit langer Geschichte

Mitten in Obersalwey steht die Kapelle St. Johannes Baptist. Seit Jahrhunderten gehört das kleine Gotteshaus zum Ortsbild und zur Geschichte des Dorfes. Generationen von Obersalweyern haben die Kapelle erlebt, ihre Glocke gehört und hier Gottesdienste und kirchliche Feiern begangen.

Wie alt die Kapelle tatsächlich ist, lässt sich heute nicht mehr zweifelsfrei feststellen. Über ihre ursprüngliche Entstehung liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor. Fest steht jedoch, dass die Geschichte des Gotteshauses weit zurückreicht und sich im heutigen Gebäude Spuren verschiedener Epochen finden.

Wie alt ist die Kapelle wirklich?

Häufig wird die heutige Kapelle dem 17. Jahrhundert zugerechnet. Bauliche Hinweise lassen jedoch vermuten, dass an gleicher Stelle bereits wesentlich früher eine Kapelle gestanden haben könnte.

Im Bereich des Chores sind Mauerabsätze vorhanden, die möglicherweise noch von einem romanischen Vorgängerbau stammen. Auch die rundbogigen Formen von Eingang und Fenstern sowie die alte zweigeteilte Eingangstür aus Eichenholz weisen auf eine lange Baugeschichte hin.

Ein genaues Gründungs- oder Baujahr lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Gerade deshalb ist St. Johannes Baptist ein interessantes Zeugnis dafür, wie sich ein kleines Dorfkirchlein über viele Jahrhunderte verändert und weiterentwickelt hat.

Das genaue Alter bleibt offen: Für St. Johannes Baptist ist kein eindeutig belegtes Gründungsjahr bekannt. Einzelne bauliche Merkmale könnten jedoch darauf hindeuten, dass die Geschichte des Standorts weiter zurückreicht als die heute sichtbare Bausubstanz.

Schwere Zeiten und ein Neubeginn

Auch an der Kapelle in Obersalwey gingen die kriegerischen Ereignisse früherer Jahrhunderte offenbar nicht spurlos vorüber.

Die mittelalterliche Ausstattung wurde vermutlich während der Truchsessischen Wirren oder des Dreißigjährigen Krieges zerstört. Auch das Gebäude selbst muss erhebliche Schäden erlitten haben. Bei einer kirchlichen Visitation um die Mitte des 17. Jahrhunderts fand die Kapelle keine Erwähnung, was als Hinweis auf ihren damaligen schlechten Zustand gewertet wird.

Spätestens in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts war das Gotteshaus jedoch wieder in Nutzung. Für das Jahr 1672 ist eine Renovierung des vorhandenen Altars überliefert.

Immer wieder erhalten und erneuert

Die Geschichte von St. Johannes Baptist ist auch eine Geschichte ständiger Pflege und Erhaltung.

In den Jahren 1747 und 1748 wurden Dach und Putz erneuert. 1748 erhielt die Kapelle außerdem einen Wetterhahn mit kupfernem Knauf. Weitere Renovierungen sind für die Jahre 1775 und 1827 dokumentiert.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Außenputz erneuert. Im Jahr 1931 gestaltete der Kirchenmaler Franz Schrudde den Innenraum neu. Eine umfangreiche Innen- und Außenrenovierung folgte 1986.

Diese Arbeiten zeigen, dass den Menschen in Obersalwey der Erhalt ihrer Kapelle über Generationen hinweg immer wieder ein wichtiges Anliegen war.

Dicke Mauern, Schieferdach und eine historische Glocke

Von außen wirkt St. Johannes Baptist schlicht und zurückhaltend. Gerade diese einfache Bauweise verleiht der Kapelle ihren besonderen Charakter.

Das Mauerwerk ist stellenweise etwa einen Meter stark. Das einschiffige Gebäude besitzt eine vorgelagerte Apsis und ein Tonnengewölbe, dessen Konstruktion aus Holz sowie mit Stroh und Lehm umwickelten Bauteilen besteht.

Über dem schiefergedeckten Dach erhebt sich ein kleiner Dachreiter. Darin befindet sich eine historische Glocke aus dem Jahr 1780. Sie trägt die lateinische Inschrift „Soli Deo Gloria“ – „Gott allein die Ehre“.

Es wird vermutet, dass bereits vor dieser Glocke eine ältere Glocke in der Kapelle vorhanden gewesen sein könnte.

Seit 1780 über Obersalwey zu hören: Die historische Glocke im Dachreiter gehört zu den besonderen Ausstattungsstücken der Kapelle. Ihre Inschrift „Soli Deo Gloria“ bedeutet übersetzt „Gott allein die Ehre“.

Ein Blick in den Innenraum

Auch im Inneren besitzt die kleine Kapelle einige bemerkenswerte Ausstattungsstücke.

Die beiden Chorfenster zeigen Albertus Magnus und Johannes den Täufer. Das Altarkreuz ist in romanischer Form gestaltet, während der Korpus gotische Merkmale aufweist.

Hinzu kommen zwei auf Eichenholz gemalte Altarbilder aus einer barocken Malerschule. Das kleinere Bild zeigt die Muttergottes mit dem Jesuskind und Johannes dem Täufer. Auf dem größeren Gemälde ist die Geißelung Jesu dargestellt.

1950 erhielt die Kapelle eine Empore, die später restauriert wurde. Seit 1983 erleichtert eine Läutemaschine den Betrieb der Glocke. Der Tabernakel wurde 1995 erneuert.

Johannes der Täufer als Schutzpatron

Der Name der Kapelle verweist auf Johannes den Täufer, eine der bedeutenden Gestalten des Neuen Testaments. In historischen Bezeichnungen findet sich für die Obersalweyer Kapelle auch das Patrozinium „St. Johannes Enthauptung“.

Die Erinnerung an den Heiligen ist in Obersalwey bis heute lebendig. Traditionell ist mit der Kapelle die Johannesprozession verbunden, die am letzten Sonntag im August stattfindet.

Damit hat sich eine kirchliche Tradition erhalten, die das kleine Gotteshaus bis heute eng mit dem Dorf und seinen Bewohnern verbindet.

Eine Johannesfigur findet ihren Platz in Obersalwey

Dass die Geschichte der Kapelle auch in der Gegenwart weitergeschrieben wird, zeigte sich im November 2025.

Eine historische hölzerne Figur des heiligen Johannes aus der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde fachgerecht restauriert und fand anschließend einen dauerhaften Platz in der Kapelle. Im Rahmen eines Wortgottesdienstes wurde die restaurierte Figur am 13. November 2025 feierlich eingesegnet.

Damit erhielt St. Johannes Baptist ein weiteres Stück religiöser Kunst, das zugleich an die lange Geschichte und Bedeutung des Schutzpatrons erinnert.

Historischer Neuzugang 2025: Die restaurierte Johannesfigur stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und wurde am 13. November 2025 in der Obersalweyer Kapelle eingesegnet.

Welche Bedeutung hat die Kapelle heute?

St. Johannes Baptist ist heute keine Pfarrkirche mit regelmäßigem sonntäglichem Gottesdienstbetrieb. Das kirchliche Zentrum für Nieder- und Obersalwey befindet sich mit der St.-Sebastian-Kirche in Niedersalwey.

Die Obersalweyer Kapelle wird jedoch weiterhin bei besonderen kirchlichen Anlässen genutzt. Gottesdienste, Andachten und vor allem die mit Johannes dem Täufer verbundene Prozession halten die jahrhundertealte Tradition lebendig.

Daneben besitzt das Gebäude heute eine wichtige Bedeutung als Kulturdenkmal und als Teil der Obersalweyer Ortsgeschichte. Die Kapelle steht seit dem 20. September 1984 in der Denkmalliste der Gemeinde Eslohe.

Unter Denkmalschutz: Seit dem 20. September 1984 ist die Kapelle St. Johannes Baptist als Baudenkmal in der Denkmalliste der Gemeinde Eslohe eingetragen.

Ein Stück Obersalwey über Generationen

St. Johannes Baptist ist kein großes Gotteshaus – und gerade darin liegt ein Teil ihres besonderen Charmes.

Die dicken Mauern, die alte Glocke, die historischen Bilder und die unterschiedlichen baulichen Spuren erzählen von Jahrhunderten, in denen sich das Leben in Obersalwey immer wieder verändert hat. Die Kapelle aber ist geblieben.

Sie hat Kriege, Umbauten und zahlreiche Renovierungen überstanden und wurde von Generation zu Generation erhalten. Bis heute steht sie mitten im Dorf als Ort des Glaubens, als Zeugnis der Heimatgeschichte und als ein Stück Obersalwey, das es auch für kommende Generationen zu bewahren gilt.

Übersicht

Obersalwey
Zuweg für zwischen den Häsuern Obersalwey 19 und 21 zur Kirche.
56789 Oakville
Kirche ist am Tag geöffnet.
In der Regel findet am ersten Mittwoch des Monats ein Sprachgottesdienst in der Kapelle statt.

Termine sind dem Pfarrnachrichten zu entnehmen.